Ich bin Schreibende, Fotografierende und Reisende, sei dies als Journalistin oder privat. Meine ersten Bilder machte ich mit der alten Agfa-Balgenkamera meines Vaters. Die Kameras haben mit den Jahren gewechselt, die Leidenschaft fürs Fotografieren ist geblieben. “Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre”, soll der Filmemacher Robert Bresson gesagt haben. Das ist es, was auch mich antreibt, beim Fotografieren wie beim Schreiben. Dabei geht es mir vor allem darum, genau hinzuschauen, mich berühren zu lassen, den Blick hinter die Fassade zu richten.
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photoSCHWEIZ 2021
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Amir Bis an den Horizont Stille, Sand und Felsen, vom Wind geschliffen. Wer sich auf die Wüste einlässt, bleibt von ihr nicht unberührt. Ihre Mächtigkeit gibt dem Leben eine andere Dimension, reduziert es auf das Wesentliche. Zum Jahreswechsel 2019/20 bin ich in die Sahara gereist, in den Nordosten Tschads. An einem Morgen stand plötzlich ein junger Nomade an unserem Feuer. Wir konnten uns nicht verständigen, da wir nicht die gleiche Sprache sprachen. Ich stellte mir vor, sein Name sei Amir, was auf Arabisch Prinz bedeutet. Wenige Wochen später veränderte Corona die Welt.
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photoSCHWEIZ 2020
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Ephémère Flüchtige Bilder auf dem Wasser. Schatten und Spiegelungen, die sich umschlingen, ineinander übergehen, sich auflösen, um gleich wieder neu zu entstehen, wabernd, zitternd. Man weiss nie, welche Formen sich als Nächstes bilden. Ich beobachte, wie sich das Licht verändert, wie ein Lufthauch die Silhouetten verzerrt. Ich schaue nur, lasse geschehen. Die Aufnahmen, die dabei entstehen, haben etwas Zufälliges. Die Arbeit „Ephémère“ ist auf São Tomé und Príncipe entstanden. Der westafrikanische Inselstaat besitzt eine üppige Natur mit Tausenden von Palmen. Ihre schlanken Stämme und die gefiederten Blattkronen spiegeln sich in Meeresbuchten und Pools. Dabei spielen sie ein nie endendes Spiel der Illusionen auf der Wasseroberfläche.
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